Hoffnung für Kinder in Uganda
Hilfe Einmal mehr war das Uganda-Team Göppingen im kleinen Dorf Kasanje, um die St. Monica Junior School zu besuchen. Dabei wurde die neue Küche eingeweiht. Spenden haben den Bau ermöglicht. Von Susann Schönfelder
„Du kannst Afrika verlassen. Doch Afrika wird dich niemals verlassen“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. So geht es auch jedes Jahr aufs Neue der Reisegruppe, die sich für eine Woche auf den Weg nach Uganda macht. Ziel ist die St. Monica Junior School im kleinen Dorf Kasanje. Eine private Schule mit Kindergarten, initiiert von Don Denis Mpanga, Pfarrer des katholischen Pfarramts St. Paul in Göppingen. Ende Februar hat sich eine achtköpfige Gruppe des Vereins Uganda-Hilfe Göppingen erneut auf den Weg gemacht – mit vielen großen und kleinen Geschenken sowie Geldspenden im Gepäck. Und dem Wunsch, den Kindern, Lehrern und Eltern dieser Schule ein Stück Hoffnung zu geben auf dem ärmsten Kontinent der Erde.
Nachdem es im Jahr 2024 Grund zum Feiern gegeben hatte, da die neue Schule fertig und gebührend eingeweiht wurde, fiel im vergangenen Jahr der Startschuss für das nächste Projekt: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich begann der Küchenanbau für die St. Monica Junior School. Und dieser neue Trakt wurde jetzt feierlich eingeweiht. „Vorher war die Küche eine Art Schuppen“, sagt Fabio Vercelli, der Koordinator des Göppinger Vereins. Bilder verdeutlichen, dass der Neubau ein Quantensprung ist. „Es gibt jetzt deutlich mehr Platz und die Brandgefahr ist geringer“, nennt Vercelli zwei Vorteile. Zudem kann hier künftig mehr gekocht werden, denn die Zahl der Kinder in der St. Monica Junior School soll steigen. Außerdem ist der Holzverbrauch – gekocht wird mit offenem Feuer – deutlich geringer, weil das Mauerwerk die Hitze speichert. Lagerräume bieten Platz für Maismehl, dem Hauptnahrungsmittel der Schülerinnen und Schüler. Morgens gibt es flüssige Polenta, angereichert mit Zucker, mittags Polenta in fester Form.
Lebensmittel werden gebraucht
Fabio Vercelli ist dankbar, dass der Bau so schnell über die Bühne ging und man wieder für eine kleine Verbesserung sorgen konnte. Und: „Ich war jetzt zum siebten Mal in Kasanje und habe das zweite Gebäude eingeweiht. Das ist schon bewegend.“ Rund 50.000 Euro hat das Projekt gekostet, die Spender werden mit einer Tafel an dem Gebäude gewürdigt. In der Woche vor Ort hat das Team weitere knapp 3000 Euro an Spenden aus dem Landkreis Göppingen generiert. „Dafür konnten wir Essen für zwei Monate kaufen“, macht der Koordinator deutlich, was am dringendsten gebraucht wird.
„Wir können helfen, und zwar sofort. Und das Geld kommt eins zu eins an.“
Doch auch Schulmaterial wie Hefte, Stifte und Lineale besorgte das Uganda-Team. Die Mitarbeiter der Krankenstation in Kasanje freuten sich über einen Inhalator, der Patienten mit Bronchialproblemen hilft, wieder durchatmen zu können. Zusätzlich gab es 500 Euro Soforthilfe für eine lange Liste an Dingen, die in der Krankenstation gebraucht werden. „Wir können helfen, und zwar sofort. Und das Geld kommt eins zu eins an, weil wir die Beziehungen nach Kasanje auch über die Jahre aufgebaut haben“, betont Fabio Vercelli. „Für uns in Europa ist das ein minimaler Aufwand und dort ein maximaler Ertrag.“ Der Göppinger wird für sein unermüdliches Engagement in Uganda übrigens nicht nur mit leuchtenden Kinderaugen und dem Vertrauen unzähliger Spender belohnt. Im Jahr 2023 wurde er beim Panafest 2023 in Esslingen – einem Afrika-Festival – mit einem Preis ausgezeichnet. Der Award hat dem Projekt zusätzlich einen Schub verliehen.
Der Koordinator des Göppinger Uganda-Teams macht deutlich, dass die Arbeit in Kasanje nicht aufhören wird und daher weiterhin Spenden gebraucht werden. Eine Kita mit drei Vorschulklassen ist hier bereits entstanden, Hauptprojekt ist die St. Monica Junior School, die 2012 eingeweiht wurde. Mit dem Bau des zweiten Schulgebäudes wurde 2019 begonnen, die oberste Etage wurde zu Schlafsälen für die Internatskinder ausgebaut. „Die alte Schule muss wieder instandgesetzt werden“, berichtet Fabio Vercelli. Ein weiteres Projekt ist der Schulcampus, der für die Kinder essenziell sei. „Die Kinder spielen oder tanzen nach der Schule oder am Wochenende. Das ist die einzige Art der Freizeitgestaltung, dort gibt es nicht mehrere verschiedene AGs.“ Der Sportcampus soll Sitzgelegenheiten bekommen, weil mehr Veranstaltungen mit den Eltern der Schüler geplant sind. Es soll Fußball und Volleyball gespielt werden. „Ziel ist, das bis zum nächsten Jahr zu finalisieren.“ Die Vorarbeiten wie das Planieren des Bodens sind bereits erledigt.
„Der Wunsch sind 500 Kinder“
Pfarrer Don Denis Mpanga schaut noch ein Stück weiter in die Zukunft: „Der Wunsch ist, 500 Kinder in der Schule aufzunehmen. Die Kapazität ist da.“ In drei Jahren könnte es soweit sein, sagt der Initiator des Projekts. Er hatte einst das Grundstück im Dorf Kasanje von seinem Vater geerbt und wollte ursprünglich nur ein kleines Landhaus für Heimatbesuche hier bauen. Mittlerweile werden hier 367 Kinder auf ein hoffentlich besseres Leben vorbereitet. „Diese Kinder werden sich immer an die tolle Zeit in der St. Monica Junior School erinnern“, ist Fabio Vercelli überzeugt. Seine Motivation für das Projekt schöpft er unter anderem aus einem Zitat: „Sei der Grund, weshalb andere wieder an das Gute im Menschen glauben.“
Spendenabend im September
Spendenkonto Wer den Kindern helfen und spenden möchte, kann sich beim Göppinger Koordinator des Vereins, Fabio Vercelli, melden. Telefon (07161) 9 66 04 60 oder E-Mail fabio.vercelli@uganda-hilfe-unterland.org
Volksbank im Unterland.
IBAN: DE46 6206 3263 0198 0930 04
BIC: GENODES1VLS
Spendenabend Am Freitag, 18. September, findet ab 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen ein Benefiz-Spendenabend zugunsten der St. Monica Junior School in Uganda statt. Eine Reservierung für diesen Abend ist erwünscht. Telefon (07161) 9 66 04 60, mobil 0178 4995533 oder per E-Mail an fabio.vercelli@uganda-hilfe-unterland.org.
Erschienen in der NWZ (Neue Württembergische Zeitung) von Susann Schönfelder


